Nach dem Brand, der sich in der Silvesternacht in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana ereignete, ziehen die Kantonspolizei Wallis und die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis eine Zwischenbilanz zur Identifizierung der Opfer, zum Fortschritt der Ermittlungen sowie zu den eingesetzten personellen und technischen Mitteln. Die Ermittlungen werden fortgesetzt, um die Ursachen dieses beispiellosen Ereignisses und allfällige Verantwortlichkeiten zu klären, während die Identifizierungsarbeiten in enger Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnern voranschreiten.
Identifizierung der Opfer
Insgesamt wurden infolge des Brandes in der Silvesternacht in der Bar «Le Constellation» in Crans 119 Personen verletzt. 113 von ihnen konnten formell identifiziert werden. Bei den sechs übrigen dauern die Identifizierungsarbeiten noch an. Unter den identifizierten Verletzten sind 71 Personen schweizerischer Staatsangehörigkeit. Zudem zählen 14 französische Staatsangehörige, 11 Italiener, 4 Serben sowie je ein Bosnier, ein Belgier, ein Luxemburger, ein Pole und ein Portugiese zu den Betroffenen. Bei 14 Personen ist die Staatsangehörigkeit derzeit noch unbekannt.
Hinsichtlich der Todesopfer beläuft sich die Bilanz auf 40 Personen. Bei zehn von ihnen ist die Identifizierung bislang nur teilweise erfolgt und wird aktiv weitergeführt. Ante-mortem-Dossiers wurden in Zusammenarbeit mit mehreren Ländern eröffnet, darunter die Schweiz, Belgien, Frankreich, Italien, Portugal, die Philippinen, der Kongo, Rumänien, Serbien und die Türkei. Diese Massnahmen sind unerlässlich, um die Identifizierung der Opfer so rasch wie möglich zu ermöglichen.
Fortschritt der Ermittlungen
Im Rahmen der von der Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis eröffneten Untersuchung wurden bereits mehrere Personen befragt. Sämtliche Spuren werden geprüft, insbesondere die Konformität der Räumlichkeiten sowie die dort vorhandenen Sicherheitsmassnahmen, wie etwa das Vorhandensein von Feuerlöschern, die Fluchtwege und die zulässige Personenzahl. Ziel der Ermittlungen ist es, die genauen Ursachen des Brandes zu ermitteln und allfällige Verantwortlichkeiten festzustellen.
Zusammenarbeit und eingesetzte Mittel
Die Kantonspolizei Wallis und die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis konnten auf eine grosse Welle der Solidarität zählen. Sämtliche Kantonspolizeien der
Schweiz leisteten Unterstützung, ebenso rund vierzig Spezialistinnen und Spezialisten des Disaster Victim Identification (DVI). Das Bundesamt für Polizei (fedpol) bot ebenfalls die Unterstützung von Fachleuten an, um die Kantonspolizei Wallis bei der Identifizierung der Opfer, der Suche nach Angehörigen im Ausland sowie der Information ausländischer Behörden über potenziell betroffene Personen zu unterstützen. Zudem bringt das Forensische Institut Zürich (FOR-ZH) seine technische Expertise im Bereich der Brandursachenermittlung ein.
Darüber hinaus bleiben rund vierzig uniformierte Angehörige der Kantonspolizei Wallis für die Bewältigung dieses Ereignisses im Einsatz, ebenso etwa vierzig Ermittlerinnen und Ermittler der Kriminalpolizei, darunter rund zehn aus der Abteilung Kriminaltechnik. Die Kantonspolizei Wallis bekräftigt ihr Engagement, die Ermittlungen mit grösster Sorgfalt fortzuführen und die Angehörigen sowie die Bevölkerung zu informieren, sobald neue Erkenntnisse vorliegen.


