Martinach: Präventionskampagne gegen Menschenhandel anlässlich der «Foire du Valais» vom 28. September bis 7. Oktober 2018.

Der Nationale Aktionsplan gegen Menschenhandel 2017-2020 definiert die Schweizer Strategie zur Bekämpfung von Menschenhandel. Die Massnahmen der Schweiz gegen Menschenhandel beruhen auf den vier Säulen Prävention, Strafverfolgung, Opferschutz und Zusammenarbeit.

Während der Bund für die Gesetzgebung gegen Menschenhandel zuständig ist, fallen die Strafverfolgung gegen die Täter und der Schutz der Opfer im Einzelfall grundsätzlich in die Zuständigkeit der Kantone. Der Kooperationsmechanismus auf kantonaler Ebene, kantonaler runder Tisch genannt, existiert derzeit in 18 Kantonen.

Die runden Tische koordinieren insbesondere die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Fachstellen, wenn ein Opfer identifiziert wird.

Der Informationsbus zum Thema Menschenhandel wurde am 18. Oktober 2017 in Bern eingeweiht. Zwischen Oktober 2017 und Oktober 2018 durchquert er die ganze Schweiz und informiert die Schweizer Bevölkerung über die Thematik.

Der Bus lädt die Bevölkerung dazu ein, hinter die Fassade zu blicken. Im Bus erwarten die Besucherinnen und Besucher Erfahrungsberichte, Bilder, Zahlen und ausführliche Erläuterungen, die helfen, das Phänomen Menschenhandel besser zu verstehen und zu erfahren, welche Organisationen in Verdachtsfall zu kontaktieren sind, damit potenzielle Opfer erkannt werden.

Die Ausstellung im Businnern ist daher in die folgenden Blöcke aufgeteilt: die Definition und allgemeine Informationen zu Menschenhandel und Organisationen, die in der Schweiz helfen können; Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung; zur Ausbeutung der Arbeitskraft; Kinderhandel sowie ein Quiz und die Angaben zu den Projektpartnern. Mitglieder und Partner des Walliser runden Tisches, darunter die OHG-Beratungsstellen und die Walliser Kantonspolizei, werden den Besuchern für Informationen zur Verfügung stehen.

Das farbenfrohe Aussendesign mit der rosaroten Brille steht für die falschen, meist geschönten Vorstellungen, die Opfer von Menschenhandel haben, bevor sie ins Transit- oder Zielland kommen. Sie verlassen ihre Heimat mit grosser Hoffnung. Die Opfer werden getäuscht und realisieren bald, wie bitter die Realität ist. Ihre Hoffnungen zerschlagen sich. Die Realität ist weit von einer „rosaroten Welt“ entfernt. Sie werden Opfer von Ausbeutung und Missbrauch.

Gleichzeitig gilt der Slogan „Lass dich nicht blenden“ auch für die Schweizer Bevölkerung. Menschenhandel ist kein Phänomen, das nur andere Länder betrifft. Auch in der Schweiz werden Menschen ausgebeutet und Opfer von Menschenhandel. Lass dich nicht blenden – schau hin!

2018-09-24T11:23:21+00:0024 September 2018|Kategorien: Kriminalprävention, Medienmitteilungen|Tags: |