Prävention Lawinenunfälle Saison 2021-2022 – Die Bilanz

Am 20. Dezember 2021 lancierten mehrere Partner aus dem Bergrettungs- und Sicherheitswesen eine Kampagne zur Prävention von Lawinenunfällen. Die Ergebnisse einer Prävention zu messen, erweist sich bekanntlich als schwierig. Dennoch verzeichnete das Wallis seit der Lancierung weniger Lawinenunfälle. Darunter jedoch zwei tödliche Lawinenniedergänge.

Der Winter 2021-2022 war geprägt von regional sehr unterschiedlichen Schneeverhältnissen, Regenfällen bis in höhere Lagen sowie stürmischen Winden und Sandstürmen aus der Sahara. Trotz dieser Phänomene lag die Zahl der Lawinentoten, die vor allem durch das Skifahren abseits der Pisten verursacht wurden, in diesem Winter deutlich unter dem Durchschnitt. Die von Jahr zu Jahr unternommenen Anstrengungen, verbunden mit der Verstärkung der im Dezember 2021 lancierten Kampagne, haben dazu beigetragen, Unfälle zu verhindern.

Im Winter 2020-2021 gingen im Wallis 50 Notrufe zu Lawinenniedergängen ein. Im vergangenen Winter sanken diese auf 20. Die Kampagne, welche auf den Winter hin erarbeitet worden war, beinhaltete drei Aspekte:

  1. Erstellung und Verbreitung von Sensibilisierungsclips
  2. Verstärkung der Beschilderung im Skigebiet von Verbier

Durchführung eines informativen und präventiven Online-Tests: http://www.avalanche-check.ch

Doch weshalb überhaupt eine Prävention?

Die in der Kampagne involvierten Organisationen sind davon überzeugt, dass die verschiedenen Gruppen in ihren Wintersport-Aktivitäten noch gezielter erreicht und sensibilisiert werden müssen.

Zusätzlich zu den Informationen, die auf Internetseiten und Apps – wie z.B. slf.ch oder via App «White Risk» – verfügbar sind, konzentriert sich die Kommunikation auf soziale Netzwerke und zahlreiche Bildschirme in Skigebieten. Dabei erhalten Wintersportler kostenlos und rasch Informationen zur Prävention von Lawinenunfällen. Diese sind u.a. in einem interessanten Online-Quiz verpackt.

Die Details der drei durchgeführten Massnahmen:

  1. Soziale Netzwerke

Im Vorfeld kritischer Lawinenverhältnisse wurden Videoclips auf sozialen Netzwerken (Kantonspolizei, Valais/Wallis Promotion, SLF, Freerider-Kanäle) verbreitet. Die Clips wurden über 300’000-mal aufgerufen und zugleich zahlreich geteilt.

  1. Bildschirme in Skigebieten

Besonders während der Gefahrenstufen 3 und 4 wurden die Clips auf den Bildschirmen von Skigebieten veröffentlicht. Mit dem Skigebiet Verbier konnten so bis zu 100’000 Personen pro Tag sensibilisiert werden.

  1. Plattform www.avalanche-check.ch

Der Online-Test, vermittelte rasch, kostenlos und auf spielerische Art und Weise Wissen zum Lawinenrisiko. Mit 5’000 Teilnehmenden ein beachtlicher Erfolg.

Zu den Spaltenunfällen:

Im vergangenen Winter bildeten sich auf den Gletschern aufgrund des geringen Schneefalls dünnere und somit schwächere Schneeschichten, wodurch sich das Risiko von Spaltenunfällen erhöhte.

Die Zahl der Notrufe wegen „Gletscherspalten-Unfällen» lag im Wallis in der Saison 2020/2021 bei 15, diese Zahl stieg in diesem Winter auf 34 an.

Die Arbeitsgruppe „Prävention Lawinenunfall Wallis PAAV“ arbeitet bereits an neuen Präventionsmassnahmen, die in der nächsten Wintersaison umgesetzt werden.

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